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Gastpublikation
Hein Michel
Wilhelm Jacob
- 16
Tablet versus Laptop

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Hein und Luise waren von ihrem Ausflug an die Donau zurückgekehrt. Bei fast schon sommerlichen Temperaturen hatten die Betreiber der Pension die Außenterrasse am Speiseraum geöffnet. Zu Beider Erstaunen waren einige Plätze belegt.
Vielleicht waren neue Urlauber angereist, oder das gute Wetter hatte Tagesbesucher angelockt. Einige der Gäste waren schon an ihrer zünftigen Bekleidung klar als Wanderer zu erkennen. An einem der Tische erkannte Luise die junge Familie aus Stuttgart wieder. Sie grüßten freundlich und schienen, wie an einer Geste zu erkennen war, sie heranzubitten.


Hein und Luise nahmen die offensichtliche Einladung auf eine Tasse Kaffee gerne an. Sie erkannten schnell die Gelegenheit, nun auch mit den beiden Töchtern ein paar Worte zu wechseln. Indem sie ganz unverfänglich und ein wenig von ihrem heutigen Ausflug erzählt hatten, lenkten sie das Gespräch elegant in Richtung moderner Kommunikationstechnik. Sie bestaunten sogleich die Smartphones der Teenager, und äußerten ihren Beschluß, sich unbedingt und baldmöglichst einen Tablet-PC zulegen zu wollen. Die beiden Mädels waren begeistert über das mutige Vorhaben.


Die Eltern wiederun gaben zu bedenken, daß die tastaturlose Wischtechnik sehr gewöhnungsbedürftig sei, und sie einem etwas klassischeren PC den Vorzug geben würden. Sara, die größere der beiden Töchter sprang kurz los, um aus ihrem Zimmer sogleich ihren Tablet zu holen, den sie zum letzten Weihnachtsfest von ihren Eltern geschenkt bekommen hatte.
Sichtlich stolz präsentierte sie das Schmuckstück. Dieses Mal war Luise an der Reihe. Die jungen Herren, mit denen Hein und Luise am Vortag im Biergarten zusammensaßen, hatten sich Hein zum primären Gesprächspartner gewählt. Sara hingegen traute wohl eher Luise den geeigneten Sachverstand zu.


Hein zeigte großes Interesse an den Gründen für die seitens der Eltern geäußerten Skepsis bezüglich der Bedienung dieser Modelle. Gänzlich auf eine Tastatur zu verzichten, schien Hein ungewöhnlich. Von daher war ihm der Vorschlag einleuchtend, sich einem Laptop anzusehen. Welche Größe am sinnvollsten sein könnte, müsse Hein selbst herausfinden, meinte der junge Mann. Auch der weitere Gesprächsverlauf war hoch informativ. Viele der Vokabeln klangen noch fremd, aber Hein und Luise waren zuversichtlich in Bezug auf ihre Lernfähigkeit und sahen sich gedanklich schon beim Fachhändler.


Der Himmel hatte sich etwas zugezogen, und es wurde kühler. Die Urlauberfamilie aus Stuttgart war schon aufgebrochen, Hein und Luise sprachen immer noch über die zahllosen technischen Dinge, die sie erst ganz langsam zu begreifen begannen. Ihr Kaffee war unterdessen kalt geworden. Bis zum Abendessen wollten sie noch ein wenig ausruhen, und so gingen sie auf ihr Zimmer. Sie konnten kaum fassen, wie schnell sie die Technische Revolution gerade einholte.
Beinahe hätten sie die abendliche Restaurantzeit verdöst, doch kurz vor 22 Uhr saßen sie dann doch noch einigermaßen pünktlich an ihrem Stammplatz. Von den Schweinshaxen aus dem Tagesangebot war leider nichts mehr erhältlich, so entschied sich Hein schnell für den Braten mit Knödeln und dem hausgemachten Blaukraut. Luise war es nach Speckknödeln. Immer wieder kamen sie auf das Computerthema zu sprechen. Es schien, als habe auch Luise sich zu Gunsten eines Klappmodells mittlerer Größe entschieden. Gleich bei ihrer Rückkehr nach Hause wollten sie ein solches Gerät kaufen.

Der Gedanke wollte sie auch am späteren Abend nicht loslassen. Noch vor dem Einschlafen stand fest, am folgenden Tag den Besuch eines Elektronikmarktes vorzusehen, nur so zur Information vorab. An die auffällige Fassadenwerbung eines solchen Fachgeschäftes konnte Hein sich erinnern. Die unübersehbare Reklame war ihm etwas außerhalb der Stadt an einem Einkaufszentrum aufgefallen. Somit stand ihr Ausflugsziel für den nächsten Tag fest.

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